Typen politischer Orientierung

Entdecker

Legt Wert auf die Möglichkeiten von Veränderung und Erweiterung und neigt dazu, dass eine Gesellschaft Vision, Experimente, Strategie und unabhängige Entscheidungen braucht, um in eine breitere Richtung voranzugehen.

Humanist

Legt Wert auf Verbindungen zwischen Menschen und ein gemeinsames Sicherheitsnetz und neigt dazu, dass Veränderung und Institutionen das Leben Einzelner umfassender schützen sollten.

Hüter

Legt Wert auf vertraute Ordnung und die Stabilität naher Gemeinschaften und neigt dazu, dass Prinzipien, Verantwortung, Vertrauen und Lebensgrundlagen geschützt werden müssen, damit die Gesellschaft nicht ins Wanken gerät.

Reformer

Konzentriert sich auf die Verbesserung naher realer Probleme und neigt dazu, Institutionen und Befugnisse praktisch anzupassen, um eine effizientere und gerechtere Struktur zu schaffen.

Achsen und Merkmale

Kultur

Culture

Bewahrung

Preservation

Der Bewahrungs-Typ legt Wert auf die Stabilität von Tradition, Ordnung und Bräuchen, die eine Gesellschaft lange aufgebaut hat. Bestehende Normen sieht er als erfahrungsbasierte Vorrichtungen, die Gemeinschaften getragen haben, und rascher Wandel kann für ihn soziale Verwirrung erzeugen. Selbst wenn Veränderung nötig ist, hält er eine vorsichtige und schrittweise Vorgehensweise für wünschenswert.

Rekonstruktion

Reconstruction

Der Rekonstruktions-Typ neigt dazu, bestehende Bräuche, Institutionen und Normen an den Wandel der Zeit anzupassen und neu zu entwerfen. Tradition ist nicht allein deshalb gerechtfertigt, weil sie lange bestanden hat; wenn sie Diskriminierung oder Ausschluss begünstigt, sollte sie aktiv korrigiert werden. Gesellschaftlichen Wandel und neue Werte nimmt er eher positiv auf.

Gesellschaft

Society

Erweiterung

Expansiveness

Der Erweiterungs-Typ berücksichtigt bei politischen Urteilen auch die breitere Gesellschaft, künftige Generationen und Probleme jenseits von Grenzen. Entscheidungen von Einzelnen oder Staaten sollten aus seiner Sicht in ihren langfristigen und globalen Auswirkungen bewertet werden.

Nähe

Immediacy

Der Nähe-Typ berücksichtigt bei politischen Urteilen vorrangig nahe Menschen, aktuelle Probleme und direkte Auswirkungen auf das Leben. Er meint, dass zuerst die Stabilität und Bedürfnisse nah verbundener Gemeinschaften wie Land, Region, Familie oder gegenwärtige Generation geprüft werden sollten. Wichtiger als ferne Probleme ist ihm die Lösung von Problemen im Bereich, für den man jetzt Verantwortung tragen kann.

Macht

Power

Konzentration

Concentration

Der Konzentrations-Typ neigt dazu, dass klare Befugnisse und Verantwortlichkeiten nötig sind, um komplexe Probleme zu lösen. Wenn Befugnisse bei politischen Entscheidungen oder in Krisen zu stark verteilt sind, können Verantwortlichkeiten verschwimmen und Umsetzungskraft schwächer werden. Daher bewertet er eine gewisse Bündelung von Befugnissen und starke Koordinationsfähigkeit positiv.

Verteilung

Distribution

Der Verteilungs-Typ neigt dazu, dass bei Machtkonzentration an einem Ort die Risiken mangelnder Kontrolle, eigenmächtiger Entscheidungen und Machtmissbrauchs wachsen. Er sieht ein System als gerechter und stabiler an, wenn unterschiedliche Akteure an Entscheidungen teilnehmen und Befugnisse verteilt sind. Kontrolle, Beteiligung und Autonomie können ihm wichtiger sein als Effizienz.

Wirtschaft

Economy

Solidarität

Unity

Der Solidaritäts-Typ legt Wert auf Stabilität, Schutz und gemeinsame Verantwortung zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft. Er sieht wirtschaftliche Ungleichheit oder Unsicherheit als Probleme, die sich nicht allein durch individuelle Anstrengung lösen lassen, und meint, dass Staat oder Gemeinschaft eine gewisse Rolle bei Verteilung und Unterstützung übernehmen sollten. Er kann soziale Sicherheitsnetze und faire Chancen stärker gewichten als Effizienz.

Autonomie

Autonomy

Der Autonomie-Typ legt Wert auf Wahlfreiheit und Verantwortung von Individuen, Unternehmen und Markt. Bei wirtschaftlichen Problemen bevorzugt er eher Wettbewerb, Innovation und freiwillige Koordination zur Steigerung der Effizienz als direkte staatliche Eingriffe. Unfaire Privilegien oder Eintrittsbarrieren kann er jedoch als Faktoren sehen, die Autonomie beschädigen.